Endlich ein Kaffeetagebuch ohne irgendwelche ablenkenden Geschichten. Einfach nur Kaffee – die Red Brick Espresso Mischung von Squaremile -, wie er schmeckt und wie es mir damit gegangen ist. Irgendwie komisch muss ich sagen, und sogar ein wenig einschüchternd. Ich kann mich hier nicht hinter einer historischen Besonderheit verstecken, einzigartige Anbaubedingungen erklären oder mit der Natur einer Testgröße hadern. Nur Kaffee, also los geht’s.

Red Brick

Mario Moser

Espresso ohne Espresso-Maschine

Beim Verkosten des Red Brick Espressos stand ich ganz allgemein einem Problem gegenüber. Ich habe keine Espresso-Maschine in meinem Besitz bzw. in meinem näheren Umfeld. Bei speziell für Espresso gerösteten Kaffee ist das natürlich keine ideale Ausgangslage, weswegen ich nicht besonders kritisch an den Kaffee herantrete, sondern ihn eher als Exploration verstehe.

Als Verfechter der Moka Kanne in beinahe jeder Lebensphase war mein erster Gedanke natürlich diese Espresso-Röstung in einem Moka auszuprobieren. Der Druck in der Kanne kommt zwar nicht einmal annähernd an den Druck einer Espresso-Maschine heran, ähnelt aber der Zubereitungsweise im Allgemeinen und müsste daher, so jedenfalls meine Theorie, auch näher an das Ideal dieses Kaffees herankommen. Aus Interesse habe ich jedoch auch meine gewohnten Aeropress Rezepte mit dem Kaffee ausprobiert.

In der Tasse

Zuerst zu dem, was ich aus der Aeropress geschmeckt habe. Vorne weg das Positive. Die Säure hält sich im Hintergrund und drängt sich nicht auf. Irgendwie bleibt der Kaffee aber auch unterschwellig sauer. Ansonsten hatte ich bei jeder einzelnen Tasse das Gefühlt etwas falsch zu machen. In keinem meiner Versuche wurde aus dem Kaffee etwas Besonderes. Aber soweit nicht so schlimm. Immerhin gehört ein Espresso Blend in den Espresso, beziehungsweise in die Alternative zum Espresso. Ab in den Moka mit den Bohnen.

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Mario Moser

Die Reise auf der Zunge beginnt süß, wird dann aber auch recht schnell von bitteren Noten an sich gerissen. Am ehesten erinnert mich das Profil an frisches Obst. Aber ich glaube, an diesem Sackerl Kaffee bin ich gescheitert. Es war vielleicht eine Mischung aus meinem Geschmack, eventuell ist dieser Blend nicht mein Fall, und des Mangels an vergleichbaren Geschmackserlebnissen. Ich habe schon in vergangenen Artikeln über meinen Zugang zu Kaffee geschrieben, und mich eher von der Feinwaage und dem exakten Timer fern gehalten. Bei diesem Kaffee hätte ich genau das wohl gebraucht. Es scheint, als müsste ich meine bisherigen “Ideale” wohl noch einmal überdenken.

PS: Mit Milch in einem Cappuccino hat mit der Red Brick Blend leider gar nicht geschmeckt. In dem Fall habe ich den Kaffee mit dem Moka gemacht, und irgendwie hat es überhaupt nicht funktioniert. Ich kann leider nicht wirklich in Worte fassen, was da passiert ist, aber den Cappuccino hab ich nicht genossen.

Fazit zum Red Brick

Mittlerweile ist der Sack Bohnen zwar leer, ganz sicher bin ich mir jedoch nicht, wie ich zur saisonalen Red Brick Mischung stehe. Einerseits ist er nicht wirklich für meine Zubereitung gedacht, andererseits hat er mir aktiv wenig Freude bereitet. Gerne würde ich wissen, ob es einfach nicht mein Geschmack war, oder ob ich es nicht geschafft habe, das Profil herauszukitzeln, das ich gerne gehabt hätte.

Der Red Brick Espresso Blend im Shop von SquareMile

Zum Schluss: Diese Beiträge sind dazu gedacht aktiver zu schmecken und den Kaffee den ich trinke konkreter wahrzunehmen. Ich bin kein Experte, ich lerne jeden Tag mehr dazu. Sollte ich irgendwelche groben Fehler gemacht oder Aspekte vergessen haben bin ich für Kritik und Ideen offen. Entweder als Kommentar hier oder unter kaffeenoob@mariomoser.com

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