An all jene, die sich über den catchy Titel dieses Artikels freuen, er ist dreist geklaut. Obwohl vielleicht nicht dreist, sondern berechtigterweise geklaut. Den Anstoß für die Recherche zu diesem Beitrag liegt nämlich versteckt in einem kleinen – meist verschlafenen – Bergdorf in Tirol. Während des Finanzmarkt-Symposiums des europäischen Forums Alpbach, in das ich mich als Volontär „eingeschlichen“ habe, gab es ein Panel mit dem Titel Banking ohne BankerInnen, in dem versucht wurde genau diese Frage zu beantworten. Ich kann vorwegnehmen, beantwortet wurde sie nicht. Was das Panel aber geschafft hat, ist den schwarz gekleideten Studenten, der gerade Mikrofondienst hatte , zu motivieren sich selbst an einer Antwort zu versuchen. Solltet ihr Interesse an der Diskussion haben, das Video findet ihr hier auf der Website des Forum Alpbach. Außerdem muss ich euch vorwarnen. Die Frage ist komplex und lässt sich in einem Beitrag sicher nicht beantworten. Stellt euch also auf eine Serie an kleinen Gedanken und Versuchen zum Thema ein.

Ich möchte auch die Frage ein wenig umbauen bevor ich mich an die  Beantwortung mache. Anstatt in die Zukunft zu schauen und mich lange an Definitionen aufzuhalten – wie es Wissenschaft eben manchmal muss – möchte ich mir zuerst ansehen, ob und wie es heute möglich ist ohne physische Banken und Banker seine täglichen Geldgeschäfte zu organisieren. Als Einstieg habe ich versucht mir ein Konto bei der Online Bank N26 einzurichten, der selbst proklamiert größten Mobile-Bank Europas.

Laut Website ist es innerhalb von 8 Minuten möglich über N26 ein Bankkonto zu eröffnen. In der App spricht das junge Unternehmen von 10 Minuten. Nichts desto trotz sind beide Zahlen Übertreibungen. Rechnet man jeden Schritt von Angabe der Mail-Adresse bis zur Identitätsfeststellung mit, jede andere Rechnung wäre komplett sinn-befreit, ist es zumindest das Doppelte. Bei mir dauerte der Prozess sogar über eine halbe Stunde, da der Videochat, der notwendig ist um die Identität des neuen Kunden sicherzustellen, sehr lange nicht starten wollte. Zudem finde ich es sehr interessant, dass die junge Bank schon in ihren eigenen Rechnungen nicht davon ausgeht, dass irgendjemanden die Geschäftsbedingungen durchliest. Denn allein ein genaues Durchgehen eben dieser, gerade für ein Bankkonto, sehr relevanten Dokumente dauert für einen Laien schnell 10 Minuten.

Die Anmeldung über die App selbst funktioniert erfrischend schnell und einfach. Kontakt- und Personendaten sind schnell eingegeben. Die Auswahl an Produkten ist auch schnell da sehr übersichtlich. Neben dem gratis Girokonto gibt es ein Business Produkt für Freelancer. Auf diese beiden Optionen beschränkt sich N26 zu diesem Zeitpunkt.

Hat man es endlich durch die Identitätsprüfung geschafft ist man konfrontiert mit einem leeren Konto samt deutschem IBAN. Wie geht es also weiter. Das Konto funktioniert, ist es einmal befüllt mit Geld, wie jedes andere Konto auch. Überweisungen gehen ein, man kann damit Geld überweisen. Das bedeutet also: Solange keine Probleme auftauchen gibt es wenig zu berichten. Die gratis Mastercard ist auf dem Weg zu mir und sobald sie da ist, werde ich berichten, wie sich das mobile Konto in der Praxis macht.