Obwohl Donald Trump noch keine 2 Wochen Präsident der Vereinigten Staaten ist, zeigt sich bereits ein akkurates Bild der nächsten 1-4 Jahre. Staatlich geförderter Rassismus nimmt in Form des „Muslim-bans“ Formen an, an die wir uns in Europa nur zu gut erinnern. Homophobie, Transphobie und eine lebensbedrohliche Abtreibungspolitik werden nicht nur massen-tauglich gemacht, nachdem jahrelang für eine offenere Gesellschaft gekämpft werden musste, sondern werden zur einzigen validen Herangehensweise in Washington. Worauf ich aber hinaus will, ist nicht die teilweise illegale und allermeistens unmoralische Politik einer Trump-Regierung, sondern auf das was wir tun können. 

Demokratische Gesellschaften verlangen Transparenz und Kontrolle. Einfach gesagt verlangt Demokratie immer nach eine starke Presse. Sei es um ungesetzliche Vorgehensweisen ans Licht zu bringen, oder um die getroffenen Entscheidungen einzuordnen und zu erklären. Was wir aber seit einigen Jahren erleben, das Schrumpfen von Redaktionen, macht diese Arbeit nahezu unmöglich. In den USA – sowie im Rest der Welt – nehmen die klassischen Print-Abonnements ab, die Millionen an Werbeeinnahmen verschieben sich auf eine Vielzahl von kleinen und großen Online-Angeboten und auch die individuelle Wertschöpfung durch bezahlten Online-Content gestaltet sich schwierig.(Hier ein Artikel aus der New-York Times, der sich mit dem Thema beschäftigt und harte Zahlen nennt.)

Demokratie brauch unabhängigen Journalismus

Jetzt kommen wir dem Problem schon näher. Das Problem ist nämlich die verschobene Intention der Redaktionen. Da Journalismus im Regelfall kapitalistisch agiert, also große oder kleine Firmen im Hintergrund stehen, muss diese immer sein rentabel zu bleiben. Die Art wie aber online Geld verdient werden kann ist höchst limitiert. Entweder, man versucht möglichst große Reichweite zu generieren um mit Werbung weiterhin Geld zu verdienen, was sich natürlich auf den Content auswirkt, oder man finanziert sich durch die Leser*innen/Hörer*innen/Zuseher*innen. Wenn eine Website sich entscheidet auf maximalen Traffic zu setzten passieren Dinge wie #GoldenShower. Die Veröffentlichung eines unbestätigten Dossiers durch BuzzFeed.com zielt nicht auf Information ab. Man will nur möglichst schnell möglichst skandalös rezipiert werden und  Leute auf die eigene Seite ziehen bevor andere Medien berichten. Für eine umfassende Kontrolle der Information oder eine aufwändige Verarbeitung bleibt dann natürlich keine Zeit.

Solche Informationen sollten jedoch durch redaktionelle Verifizierung und aufwändige Einordnung an die Öffentlichkeit dringen. Logischerweise hat nicht jeder Zeit und Muße ein 35 Seiten langes Geheimdienst-Dokument zu studieren und zu analysieren. Dafür brauchen wir als Gesellschaft funktionierenden Journalismus. Und den kann er nur geben, wenn die Redaktionen ausreichend finanzielle Mittel und qualifizierte Mitarbeiter haben. Unsere Rolle als Publikum wird dadurch natürlich wieder komplizierter. Nachdem wir uns alle daran gewöhnt haben jede kleine Nachricht in Sekundenschnelle kostenlos präsentiert zu bekommen sollen wir jetzt dafür bezahlen. Und ja wir müssen, um die externe Kontrollisntanz in einer gesunden Demokratie aufrecht zu erhalten.

Unabhängiger Journalismus ist nicht mehr selbstverständlich

Wenn wir jetzt in die USA blicken muss uns klar sein, dass die nächsten Jahre eine Gefahr für die offene, demokratisch denkende Welt sind. Der Wahlsieg Trumps hat uns gezeigt, dass Fehlinformation und Populismus funktionieren können. Der Übergang von Fakten zu  „alternative-facts“ kommt nicht aus dem Nichts.  Wir müssen diese Bewegung jetzt umdrehen, indem wir unabhängigen Journalismus unterstützen. Für den halben Preis eines Netflix-Accounts bekommt man mittlerweile Online-Zugang zu einigen Medien. Soviel sollte uns der Zugang zu aufgearbeitetem Wissen und echten Fakten wert sein.

Ich persönlich habe ein Online Abo der New-York Times und der deutschen Wochenzeitung Die Zeit. Hier findet ihr einige internationale sowie deutschsprachige Medien. Alternativ gibt es natürlich noch Zeitungsabonnements.

Die New-York Times ab 1,38€ in der Woche

Die Washington Post für 9.99$ im Monat

Die Pro-Version der Website politico

Der britische Guardian ab 4,99€ im Monat

Alternativ bieten auch deutschsprachige Medien Online- und e-Paper Abos an.

Der Standard ab 19,99€ im Monat (Studierende 12€)

Die Presse ab 1. März um 10€ im Monat